Zu den ernährungsabhängigen Erkrankungen zählen u.a. Übergewicht, Lungenfunktionsstörungen mit Schlafapnoe, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit, Gicht, Veränderung der Blutfettwerte und die Arterienverkalkung mit ihren Begleiterkrankungen, den Herzinfarkt, den Schlaganfall und die periphere arterielle Verschlusserkrankung ebenso wie Krebserkrankungen, sowie degenerative Gelenkerkrankungen. Auch gynäkologische und psychiatrische Erkrankungen können Folge von Fehl- bzw. Überernährung sein. Aber auch Mangelernährung (z.B. Jod, Vitamin C) kann schwerwiegende Krankheitsbilder hervorrufen, die vor dem Einsatz von Medikamenten ernährungsmedizinisch behandelt werden müssen.
Ziel der Ernährungsmedizin ist es, ernährungsspezifische Ursachen von Krankheiten individuell für den Patienten aufzudecken und durch gezielte Beratung und Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und des ernährungsbedingten Lebensstils umzustellen. Auch Steigerung der Alltagsaktivität und Verhaltensmodifikation sind Ziele. Die Qualität der Behandlung von Patienten mit ernährungsbedingten Erkrankungen soll verbessert und dadurch langfristig Folgeerkrankungen vermieden werden.
Als indirekte Folge erfolgreicher Ernährungsumstellung hat sich gezeigt, dass das persönliche Selbstwertgefühl gesteigert, Selbständigkeit und Eigenverantwortung gefördert und somit die Lebensqualität durch körperliches und seelisches Wohlbefinden verbessert werden kann.