Chelat-Therapie ist ein ambulantes Heilverfahren. Dabei wird dem Körper durch Infusion eine Lösung zugeführt, die verschiedene Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine enthält, vor allem aber den Wirkstoff EDTA. EDTA ist eine Abkürzung für "Ethylen-Diamin-Tetra-Acetat", eine Verbindung, die ähnlich auch in eiweißreichen Nahrungsmitteln vorkommt. EDTA besitzt die Eigenschaft, Schwermetalle, z.B. Blei und Kadmium sowie das Leichtmetall Kalzium im Körper zu binden und über die Nieren auszuscheiden. Deshalb ist es sowohl bei Schwermetallvergiftungen als auch zur Behandlung von Arterienverkalkung hervorragend geeignet.
Da die Moleküle des EDTA diese Stoffe wie mit Klauen umschließen und unschädlich machen, hat man die Lösung "Chelat" genannt, nach griechisch "Chele", das heißt "Klaue".
Entscheidend für die EDTA-Wirkungsweise ist die große Bindungsfähigkeit zu sogenannten Übertragungsmetallen, die Helfer bei der Bildung von überschüssigen freien Radikalen sind, indem die metallischen Katalysatoren gebunden und ausgeschieden werden. Dadurch wird die Arteriosklerose aufgehalten, die Zellfunktion wiederhergestellt und die Kalzium-Überladung wieder abgebaut.
Das an Eiweiß gebundene Kalzium bleibt von EDTA unbehelligt. Es kommt zu keiner Knochenentkalkung.
Chelat-Therapie war zunächst in Amerika stark verbreitet, wird aber inzwischen auch in Deutschland zur Behandlung chronischer Schwermetallvergiftungen eingesetzt.
Die Infusionslösung enthält ausschließlich Wirkstoffe, die vom Bundesgesundheitsamt zugelassen sind. Gravierende Nebenwirkungen gibt es nicht. Innerhalb der letzten 40 Jahre ist kein einziger schwerer Zwischenfall vorgekommen.
Gelegentlich können während der Infusionen geringfügige Schmerzen, Ermüdung sowie Änderung des Blutdruckes oder des Blutzuckerspiegels auftreten.
Sie werden problemlos durch Verlangsamung der Infusionsgeschwindigkeit und andere einfache Maßnahmen kontrolliert. Meist verschwinden diese Begleiterscheinungen bei Therapie nach zwei Sitzungen von selbst. Durch eine gründliche ärztliche Untersuchung (mit Blut- und Urinanalyse) vor, während und nach der Behandlung ist eine optimale Kontrolle gewährleistet.
In letzter Zeit ist es auch gelungen orale EDTA zu synthetisieren, was uns die Möglichkeit gibt, die Therapie auch während einer Infusionspause fortzusetzen.
Kurz zusammengefasst wird die Chelat-Therapie eingesetzt bei: